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Das wohl am besten Durchgezüchtete Sportpferd, von
höchster Zweckmäßigkeit und Eleganz. Trockener, ausdrucksvoller Kopf, klein
bis mittelgroß, meist gerade. Hals mittlerer Länge, aus einer langen,
zumeist gut gelagerten Schulter entspringend. Hoher Rist, kurzer Rücken,
abschüssige, stark bemuskelte Kruppe. Tiefer, mittelbreiter Rumpf, in
Rennkondition aufgeschürzt. Lange, schlanke Beine mit trockenen Gelenken,
manchmal etwas wenig Fundament. Harte, runde Hufe und lange, elastische
Fesseln. Häufig leichte Stellungsfehler, da reine Leistungszucht ohne
Beachtung des Exterieurs. Meist Braune und Füchse, seltener Schimmel und
Rappen
Das Vollblut ist auf der ganzen Welt als das Rennpferd
schlechthin berühmt. Es gilt als das schnellste und beste Pferd überhaupt,
obwohl es noch gar nicht so lange eine eigenständige Rasse ist.
Pferderennen, die in England seit alters beliebt waren, erlebten während der
Herrschaft Charles' 11. eine neue Blüte. Die schnellsten einheimischen
Stuten - wahrscheinlich waren auch die heute ausgestorbenen Galloways dabei
- wurden eine Zeitlang mit importierten Arabern, Berbern und Türken
gekreuzt, um Geschwindigkeit und Leistung dieser Rennpferde zu verbessern.
In dieser Zeit wurden zwar viele Araberhengste eingesetzt, drei ganz
spezielle hatten aber besonderen Einfluss.
Als erster kam der Byerley - Türke nach England, er wurde 1690 erstmals zu
Zuchtzwecken verwendet. 1704 kam der Darley - Araber. Er war der Urahn von
Eclipse, dem berühmtesten Rennpferd aller Zeiten. Ein Darley - Araber zeugte
auch Flying Childers, der niemals besiegt wurde. Als letzter kam 1728 der
Godolphin - Araber.
Diese Hengste wurden so erfolgreich mit den besten englischen Rennstuten
gekreuzt, dass alle Vollblüter, die im allgemeinen Zuchtbuch (seit 1791)
registriert worden sind, zu ihnen zurückverfolgt werden können.
Interessanterweise wurde keiner der Hengste je selbst bei Rennen eingesetzt.
Der Grund für die Beliebtheit von Araberblut ist wohl die Tatsache, dass es
für Qualität steht und die Garantie bietet, artentreu zu züchten.
Als Pferderennen zu einem eigenständigen Geschäftszweig wurden, kümmerten
sich die Züchter mehr um die Stammbäume und setzten nur noch solche Pferde
ein, die sich auf der Rennbahn bereits bewährt hatten. Zunächst liefen die
Vollblüter auf Langstrecken über 6,4 bis 19,3 km. Allmählich wurden die
Strecken dann kürzer, so dass auch jüngere Pferde an Rennen teilnehmen
konnten. Sie wurden besonders gut gefüttert und versorgt; so wurde diese
Rasse immer größer und schneller, bis um 1850 ein Höhepunkt erreicht war.
Im Ausland war das Interesse am Vollblut schon immer sehr groß, deshalb
wurden viele Pferde exportiert. Heute wird es auf der ganzen Welt gezüchtet,
und es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die berühmt für erstklassige
Zuchtergebnisse sind. Die USA sind bekannt für außergewöhnliche, junge
Sprinter. In Frankreich findet man besonders gute Pferde und Steher für
mittlere Strecken. Das Vollblut, das durch sein gutes Exterieur, durch
lange, leichte Aktion und durch Ausgewogenheit besticht, ist auch ein
perfektes Reitpferd. Durch Kreuzungen mit etwas ruhigeren Temperamenten
erhält man gute Springpferde, Military-Pferde und Hunter. Bei der
Entwicklung und Verbesserung der Anglo Araber, Hannoveraner, Trakehner und
Westfalen hat das Vollblut wichtige Beiträge geleistet
Vollblüter unterscheidet man im allgemeinen nach Bahn-
und Hindernisrennpferden. Bei den Bahnläufern gibt es drei Kategorien:
-
Sprinter (für Strecken zwischen 1 und 1,5 km) - das
sind junge, frühreife Pferde mit viel Tempo und wenig Ausdauer
-
Pferde für die klassische mittlere Distanz von 1,5 bis
3 km z.B. auf dem Kentucky- oder Epsom Derby;
-
Steher, das sind Spätentwickler, die über große
Distanzen laufen können.
Steher, das sind Spätentwickler, die über große
Distanzen laufen können.
Bei den Hindernisspringern gibt es die Hindernisspringer
und die Hürdenspringer. Sie müssen zäh, ausdauernd und sprungfreudig sein.
Bei der Pferdezucht werden die verschiedenen Anforderungen der einzelnen
Kategorien berücksichtigt. |