| Ein mittelgroßes Pferd
im Karossier-Typ, dabei mit guten Reitpferdepoints und
überdurchschnittlichem Springvermögen. Großer, leicht geramster Kopf von
besonders verlässlichem Ausdruck. Der Hals ist hoch aufgesetzt, lang und
entspringt einer für Reitzwecke nicht immer ganz idealen Schulter. Der
Widerrist ist flach und geht in einen langen Rücken über, der als
rassetypisch gilt. Das Fundament ist kräftig, die Beine sind relativ kurz.
Die Korrektheit lässt manchmal etwas zu wünschen übrig, doch die blauen Hufe
sind von ausgezeichneter Qualität. Kein Fesselbehang, weiße Abzeichen
unerwünscht, nur ein winziger Stern ist erlaubt; die Pferde müssen braun (bay)
sein.
Der Cleveland Bay ist
vermutlich die älteste englische Pferderasse. Man nimmt an, dass seine
Ursprünge auf einen Pferdetyp zurückgehen, den die Römer nach Großbritannien
gebracht haben. Sicher ist jedenfalls, dass reisende Kaufleute (»Chapman«)
des Mittelalters im Norden Englands ein Lastpferd, das »ChapmanPferd«,
benutzt haben. Von diesem Pferd stammt das Cleveland Bay ab.
Seine Zucht wurde im Nordosten Englands betrieben. Hier wurde es für jeden
denkbaren Zweck eingesetzt: in der Landwirtschaft, als Zug- und Wagenpferd,
zum Reiten und Jagen. In erster Linie wurde das Cleveland Bay aber als
Packtier geschätzt.
Wegen seines guten Aussehens und seiner fügsamen Art war es im 19.
Jahrhundert dann als Wagenpferd sehr begehrt. Zu dieser Zeit erhielt die
Rasse einen »Schuss Vollblut«. Das Ergebnis war so überragend, dass eine
weitere Rasse mit noch mehr Vollblutanteil, das Yorkshire-Coach-Pferd,
entstand. In den 30er Jahren ist dieses noble und vornehme Wagenpferd aber
ausgestorben. Heute feiert das Cleveland Bay als Wagenpferd bei Wettbewerben
dauerhaft Erfolge. Zudem springt es gern und produziert bei Kreuzungen mit
Vollblütern Sprung- und Dressurpferde von internationalem Rang. |